Stoppt eBook-Piraterie und Raubkopien
















Liebe eBook-Piraten!


Obwohl es eigentlich die Zeit nicht wert ist, sich über euch zu ärgern, möchte ich ein paar Worte an euch richten. Das hier geht an alle, die dieses Buch von mir mit keinem einzigen Cent bezahlt haben. Und damit meine ich nicht all die, die es von mir persönlich erhalten haben, zum Beispiel in Form eines meiner zahlreichen Gewinnspiele, Preisaktionen oder Buchverlosungen... Das hier geht an die, die mein Buch kostenlos oder für 10 Cent u.ä. Preise, ohne meine Zustimmung, mit einer Community von zigtausend anderen Menschen teilen. Ich hoffe, ich konnte euch wenigstens ausreichend unterhalten?

Schon mal was von Urheberrechtsverletzung gehört? Geistigem Eigentum? Aber, stimmt ja, da stößt man bei euch auf taube Ohren! Dabei denke ich, jedem von euch sollte bewusst sein, wieviel Arbeit in jedem einzelnen Buch steckt. Es ist nicht nur allein das Schreiben, das sich über viele Monate erstrecken kann und das viel Nerven und Mühe kostet... Nein, man versucht als Autor (und vor allem als Indie-Autor) natürlich auch ein ansprechendes Cover für seine Leser zu gestalten, Korrektorate und Lektorate durchführen zu lassen, alles immer und immer wieder zu überarbeiten und zu verbessern, um den Leuten ein möglichst großes Lesevergnügen zu bereiten. Und das nicht mithilfe eines großen Verlages, der sämtliche Kosten für einen übernimmt und reichweitenstarke Marketingkampagnen startet. Als kleiner, unbekannter Indie versucht man stattdessen, sich alles selbst zu erarbeiten. Man steckt Herzblut, Zeit und Geld in seine Projekte. Um die Bücher dann auch noch preislich für den Kunden attraktiv zu gestalten, verkauft man sein fertiges Endprodukt dann für unschlagbare 2-3€. Aber selbst das scheint euch ja nicht billig genug zu sein! Dabei sei eines zu bedenken: nicht alles davon wandert in die Tasche des Autors. Jeder Anbieter, bei dem ihr meine eBooks legal erwerben könnt, sei es Amazon oder Neobooks, möchte natürlich sein Stück vom Kuchen abbekommen. Das bedeutet, an jedem verkauften Exemplar für rund 2,99€ verdienen Selfpublisher wie ich vielleicht 1-2€. Ich wage also zu behaupten, es wäre nicht zuviel verlangt, uns ein kleines bisschen Respekt entgegenzubringen! Nur ein kleines bisschen! Schlimm genug, dass ich das überhaupt sagen muss. Jedem, der nur einen Funken Anstand besitzt, sollte das eigentlich klar sein!

Ihr ladet meine Werke kostenlos ins Netz, damit tausende Leute sie sich dort runterladen können. Damit senkt ihr nicht nur meine Verkaufszahlen erheblich, ihr beleidigt mich auch noch persönlich damit. Denkt nur eine Sekunde darüber nach, bevor ihr so gewissenlos mit anderen Leuten umgeht... Ich schreibe sicher nicht, weil ich reich werden will - ich schreibe, weil ich meine Geschichten mit anderen teilen möchte. Trotzdem scheint ihr immer eines zu vergessen: auch ich habe einen gewissen finanziellen Aufwand durch meine Veröffentlichungen. Wenn ihr meine Werke kostenlos aus dem Internet zieht - dann bedeutet das, ihr erwartet von mir, dass ich völlig umsonst für euch arbeite! Ihr möchtet von mir und anderen tausend Autoren tagtäglich mit neuen, interessanten Geschichten unterhalten werden - aber respektieren wollt ihr uns dafür nicht. Ihr wollt uns bestehlen, uns ausnutzen und - wie eine Kollegin es so schön formulierte - uns versklaven. Ich weiß nicht, welche Berufe ihr in eurem Privatleben ausübt. Vielleicht seid ihr Ärzte oder Kellner oder Friseure oder wasweißich. Eigentlich spielt das überhaupt keine Rolle. Es ist überall dasselbe. Stellt euch vor, ihr geht tagtäglich zur Arbeit, gebt euer Bestes und seid mit dem Herzen dabei... und das für ein mickriges Gehalt und obenauf den Spott der Leute, die euch für eure Dienste nicht bezahlen wollen. Kein schönes Gefühl, oder? Haltet nur für einen kurzen Moment inne und lasst euch das durch den Kopf gehen.

Nochmal, damit das klar ist: es geht mir nicht um das große Geld. Es geht mir um's Prinzip. Ich bin nun mal keine J.K. Rowling oder Suzanne Collins, die bei Millionen verkauften Büchern vielleicht die ein oder andere Raubkopie verschmerzen kann. Für mich zählt jedes einzelne verkaufte Buch. Ich habe mir jeden Cent mühselig erarbeitet. Und ich denke doch, das steht mir auch zu! Ich versuche erst, mir einen Namen zu machen. Und das ist ohnehin bei all dem Konkurrenzdruck bei Gott keine leichte Sache. Und wenn ich es mir nicht mehr leisten kann, weitere Bücher zu veröffentlichen, weil diese dann ohnehin nur gedankenlos von euch illegal weiterverbreitet werden... dann wird es eben keine Bücher mehr von mir geben. Und irgendwann auch keine anderen Indie-Autoren mehr. Weil wir, im Gegensatz zu den großen Publikumsverlagen, uns so etwas dann gar nicht mehr leisten können! Und das wird allein eure Schuld sein. Denn ein bisschen Respekt einem jungen Menschen gegenüber, der aus eigener Kraft versucht, seinen Traum zu verwirklichen, ist nun wirklich nicht zuviel verlangt! Oder?


eure Judith



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