Orte und Wesen

Zantaliya ist ein wundersames Land der Träume, mit Einwohnern und Gebieten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die wichtigsten Orte und Wesen, mit denen Mary und Cate es auf ihrer Reise zu tun bekommen, werden hier nun kurz aufgeführt...

Orte

Die dunkle Burg Takorra

Falador errichtete sich seine dunkle Festung im Nordwesten des Landes, wo ihn einerseits die steilen Klippen zum Meer der Stürme vor Angreifern schützen, so wie andererseits ein tiefer Krater voll kochender Lava. Die Mauern seiner Burg sind schwarz wie die Nacht und ragen hoch in den Himmel hinauf. Sie besteht aus allerhand Zinnen und Türmen, die man auch aus weiter Ferne schon erkennen kann. Außerdem wird ständig an der Burg gearbeitet, denn Falador zwingt seine Gefangenen stets und ständig, sie zu verbessern. Während seine Sklaven entweder in den Kerkern tief unter der Erde oder gar im etwas abseits gelegenen Neonebis dahin vegetieren, so sperrt er seine „wichtigeren“ Gefangenen, wie Ranbay oder Sarah, in die Turmgemächer.

 

Das Herzstück der dunklen Burg, von der man sagt, dass die Schreie der Verstorbenen noch immer durch die langen finsteren Flure hallen, bildet aber der prächtig eingerichtete Thronsaal. Wie auch der Rest, ist er aus komplett schwarzem Stein gebaut wurden, ohne Fenster, bloß erleuchtet von eindutzend Kerzenständern, die den Weg zum erhöhten gewaltigen Thronsessel leiten. Dort hält Falador sich die meiste Zeit auf, vollkommen abgeschirmt von der Außenwelt.

 

 

Der Turm Nâeo

Naêo, oder auch Turm der vielen Wünsche genannt, ist das zu Hause, das Mergul sich selbst erschaffen hat. Er besteht aus völlig reinem, weißem Marmor und ragt bis weit hinauf in den Himmel. Sein genaues Erscheinungsbild kann sich jederzeit verändern, so kann er zum Beispiel in einem Moment unendlich viele Fenster haben, oder auch Türen, die in der nächsten Sekunde schon wieder verschwinden. Die langen Treppen können in geheimnisvolle Kellergemächer führen oder aber hinauf zu Merguls Räumlichkeiten. Man sagt, der Turm sei ein Teil des Zauberers selbst und dementsprechend würde er sich auch verändern, immer abhängig von der Gemütslage des weisen Zaubermeisters.

 

 

Die Eiswüste und das Phukî-Dorf

Die gewaltige Wüste aus Schnee und Eis erstreckt sich über viele Kilometer und liegt am östlichen Fuße der Kummerberge. Die Landschaft ist immer gleich und eintönig - mächtige Schneemassen soweit das Auge reicht. Heftige Stürme ziehen über dieses Gebiet und machen es jedem Wanderer nahezu unmöglich dort zu überleben. Da man sehr schnell die Orientierung verliert, kann es sein, dass man immer und immer wieder im Kreise läuft ohne es zu bemerken. Eine besondere Gefahr stellen die dort lebenden Polarwölfe da - große, böse Kreaturen, die Falador auf seine Seite ziehen konnte, indem er ihnen Schutz und Nahrung versprach.

 

Das Dorf der Phûkis, einer sehr schreckhaften und ungewöhnlich zarten Rasse, liegt daher tief unter dem Schnee begraben, um sich vor den Angriffen dieser Wölfe und anderen Gefahren zu schützen. Die Besonderheit des Dorfes besteht darin, dass es immer und immer wieder seinen Standort wechseln kann und somit sehr schwer zu finden ist. Sobald sie eine Gefahr wittern, nutzen die Phûkis ihre besondere Magie und verschwinden mitsamt ihres ganzen Dorfes unter der Schneemasse, in einer Art Luftkuppel. In ihrem Dorf scheint alles, mit dem sie arbeiten und leben gänzlich aus Eis und Schnee zu bestehen. Ein besonders wohlbehüteter Schatz des Phûkidorfes ist die uralte Bibliothek.

 

 

Die Kummerberge und Zuurghs Festung Dragur

Die Bergkette im Nordosten von Zantaliya ist sowohl das zu Hause von Zwergen und Gnomen, als auch von der Adlergilde. Ansonsten bevölkern jedoch nicht viele Wesen diese Einöde. Je höher man kommt, desto unebener werden die Pfade und die höchsten Gipfel kann man nur durch waghalsige Klettereien erreichen. Viele verwinkelte Höhlen bieten jedoch Unterschlupf für die Nacht. In den höchsten Gefilden der Kummerberge liegt sehr viel Schnee und erschwert den Aufstieg zusätzlich. Die »Klippen« im Osten der Berge nennt man den gefährlichen Abstieg in die Eiswüste zu ihren Füßen.

 

Zuurghs Festung Dragur ist eine Art Mine, die tief in den Berg hinein reicht. Zu tief, vermutet man, denn je tiefer man hinein geht, umso schwerer wird einem ums Herz. So ergeht es auch König Zuurgh, der nach dem Tod seines Sohnes so voller Gram und Trauer ist, dass er mit dem Leben bereits abgeschlossen hat. Die unterirdische Burg besteht aus vielen engen, steinernen Gängen, die für Fremde einander vollkommen identisch vorkommen und mit bloßen Fackeln an den Wänden erhellt sind (was erklärt, warum viele Zwerge im Tageslicht eher kurzsichtig sind).

 

Die Zwerge sind ein Volk mit langer Geschichte und Tradition, auf die sie sehr stolz sind, und deshalb hängen überall Gemälde von alten Königen und anderen Vorfahren. Zuurghs Thronsaal ist eine prächtige Halle. Sein Thron steht auf einem Sockel, von dem er nach etlichen kleinen Stufen, auf alles herab schauen kann. Zu seiner rechten ist ebenfalls ein Thron errichtet worden, auf dem dann und wann seine Königin Minna Platz nimmt. Im Thronsaal werden oft üppige Buffets errichtet.

 

Die Sonnenfelder

Auf den ersten Blick wirken die Sonnenfelder wie ein kleines Paradies. Grüne, saftige Wiesen, Obstplantagen, bunte Blumen, Schmetterlinge... doch wie nicht anders zu erwarten, lauert auch hier die versteckte Gefahr. Es gibt keinerlei Trinkwasserquellen, die für das menschliche Auge zu erkennen sind und so droht jedem, der den Ort unterschätzt, der elendige Tod des Verdurstens. Auch brennt die Sonne erbarmungslos auf einen herab und kann sogar zu schlimmen Verbrennungen und Halluzinationen führen. Diese Teufelei ist ein weiteres Werk des bösen Herrschers Falador, der so die Bauern aus dieser Gegend vertreiben ließ.

 

Ein einziger kleiner Fleck der Sonnenfelder, das Tal, in dem Penelopé und Gordon leben, ist jedoch noch nicht unter seiner Macht. Die robuste Bauernfrau und ihr Sohn weigern sich ihre Heimat zu verlassen, wie alle anderen Dorfbewohner es bereits getan haben. Sie haben gelernt sich den Gegebenheiten anzupassen. Sie leben in ihrem alten Bauernhaus, das einzige, das in dieser Gegend noch bewohnt ist.

Wesen

Adler

Adler sind imposante Vogelwesen, die in den Kummerbergen ihren Hort haben, aber fast das gesamte Flachland während ihrer Patrouillen überfliegen. Durch ihre gewaltige Flügelspanne ist es ihnen möglich in kürzester Zeit beachtliche Strecken zurück zu legen. Sie haben außerordentlich ausgeprägte Sinne, vor allem aber können sie in sehr weite Ferne sehen. Ihre messerscharfen Schnäbel und Krallen sind gefürchtete Waffen im Kampf gegen Feinde.

 

Tshar ist der Anführer der Gilde. Seine Adler folgen ihm bedingungslos, weil er ein anmutiges, gerechtes und weises Wesen ist, das niemals ein Mitglied seiner Gruppe unnötig in Gefahr bringen würde. Überhaupt haben Adler ein sehr ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie kämpfen immer als Gruppe. Bei den Riesenvögeln herrscht außerdem eine strenge Aufgabenverteilung: Die Männer fliegen die Patrouillen, die Frauen bleiben im Horst und kümmern sich um die Aufzucht von Eiern und Jungvögeln.

 

 

Zwerge

Die Zwerge in den Kummerbergen leben unter dem Kommando vom Zwergenkönig Zuurgh. Unter seiner wie schon unter der Führung seiner Urahnen, gruben sie sich tief und tiefer in die Gebirge hinein und errichteten somit das unterirdische Schloss Dragur.

 

Zwerge gelten als allgemein schlecht gelaunt, eigenbrötlerisch und alles andere als gastfreundlich. Vor allem sind sie sehr materiell. So gab es schon für Zuurghs Vorfahren nichts Wichtigeres als kostbare Schätze, herrliche Festmahle und köstlichen Wein. Zwerge sind allerdings auch geschickte Handwerker und hervorragende Kämpfer.

 

 

Phûkis

Phûkis sind ein sehr eifriges und geduldiges Völkchen. Sie wohnen im tiefsten Kern der Eiswüste, wo kein anderes Lebewesen wegen der entsetzlichen Kälte und den Schneestürmen überleben könnte. Ihre Körper bestehen gänzlich aus Schnee und Eis, was ihnen eine gute Tarnung verschafft. Ihre Häuser, all ihre Möbel, Werkzeuge, etc. stellen sie aus Eis her. Sie empfinden keine Kälte, und für Außenstehende sind ihre Berührungen eiskalt.

 

Neben ihren handwerklichen Fähigkeiten besitzen die Phûkis eine besondere Gabe: wenn alle zusammen arbeiten, können sie eine riesige Schneemasse erscheinen lassen, die sich über das gesamte Dorf legt wie ein Schutzmantel. So können sie jeglichen Gefahren, wie zum Beispiel Polarwölfen, aus dem Weg gehen.

 

Die Phûkis sind kein kämpferisches Volk. Ihr zerbrechlicher Körperbau ist nicht geeignet für einen Krieg, sie würden viel zu leicht zu zerstören sein. Auch gegen Feuer könnten sie rein gar nichts ausrichten. Dafür beherrschen sie die Kunst, verschiedene Zaubertränke zu brauen.

 

Textausschnitt:

Im ersten Moment sah sie nur ein Meer aus blauen und grauen Farben, doch bei genauerer Betrachtung konnte sie jedes einzelne Gesicht erkennen. Hunderte, wenn nicht sogar wesentlich mehr, Schneemenschen saßen auf ihren Plätzen und erwiderten ihre Blicke.

 

Sie sah Kinder, alte Männer und Frauen, Phukîdamen und Phukîherren, lange Haare, kurze Haare, Bärte, bunte Kleider, Hüte, Schals... Es war für sie faszinierend, wie unterschiedlich sie alle aussahen, denn trotz aller Äußerlichkeiten spürte man wie sehr sie miteinander verbunden waren, als würde ein unsichtbares Band sie zusammenhalten. Einige von ihnen hielten sich sogar an den Händen.

 

Sofort wurde Mary mit Sicherheit eines bewusst: sie waren vielleicht nicht die größten, diese Schneewesen, oder die stärksten... aber ganz egal, was hier und heute entschieden wurde – sie alle vertrauten Peka zu hundert Prozent. Und sie würden kämpfen für sie. Egal, wie sehr sie sich fürchteten.

 

 

Korkais

Korkais sind wildschweinartige Kreaturen, die normalerweise gar nicht in Zantaliya zu Hause sind. Sie stammen von weit her, aus einem sehr finsteren Land. Falador ist der Erste, der sich ihre kämpferischen Fähigkeiten zu eigen macht und sie ins Traumland holt, um mit ihnen eine skrupellose und gefährliche Armee aufzubauen. Die hässlichen Monster sind schon ihr ganzes Dasein auf den Krieg vorbereitet worden und daher brutale und extrem zähe Gegner.

 

Ihre meist ausgeprägteste Fähigkeit ist jedoch ihr blinder Gehorsam. Sie besitzen nur sehr wenige Gehirnzellen und folgen daher lieber den Anweisungen ihres Meisters anstatt selbst nachzudenken. Ihnen gefällt es, anderen Wesen Schmerz zuzufügen.

 

 

Polarwölfe

Die Polarwölfe sind eine der wenigen Arten, die in der frostigen Einöde der Eiswüste überleben können. Sie sind wesentlich größer als normale Wölfe, wie sie in der Menschenwelt bekannt sind und ihr ganzer Körper ist mit dickem, struppigem Fell bedeckt, was sie auch bei sehr niedrigen Temperaturen stets warm hält.

 

Schon immer halten sich Polarwölfe von anderen Lebewesen fern, sie gelten allgemein als aufbrausend und aggressiv, daher ist die Furcht vor ihnen auch sehr verbreitet. Seit jedoch in der Eiswüste kaum noch Wesen leben, die sie jagen und von denen sie sich ernähren können, sind sie bereitwillig auf Faladors Seite gewechselt, der ihnen Nahrung und Sicherheit versprach. Im Gegenzug patrouillieren sie für ihn die komplette Wüste und führen seine hinterhältigen Pläne aus.

 

Knûr ist das bösartige Oberhaupt des Rudels. Er ist größer und kräftiger als die restlichen Wölfe und wirkt deshalb besonders bedrohlich.

 

Textausschnitt:

 

»Steif gefroren, wie sie mittlerweile waren, konnten sie rein gar nichts dagegen unternehmen, als aus den Schneewehen ein gewaltiger Wolf heraus trat, und seine blutunterlaufenen Augen auf sie richtete. »Wer... wer bist du?«, stammelte Mary und nahm ganz automatisch eine schützende Position vor ihrer Freundin ein.

 

Zu ihrem blanken Entsetzen traten links und rechts weitere der übergroßen Tiere in Erscheinung, und letztendlich waren sie vollkommen umzingelt. »Sieh an, sieh an.«, brummte der größte der Wölfe, der zuerst zum Vorschein gekommen war. Sein Kopf war groß wie der eines Zuchtbullen und sein ganzer, muskulöser Körper war über und über mit weißem, dichten Fell überzogen. Sein Maul war zu einem bedrohlichem Knurren verzogen und entblößte seine gefährlichen Reißzähne.«